Platin

Der Wert von Platin ist in der jüngsten Vergangenheit extrem gestiegen, davon hat auch das Palladium wegen seiner Platin ähnlichen Eigenschaften profitieren können. Daher ist es für Anleger sicherlich interessant die Entwicklung des Platinpreis im Auge zu halten. Die stark steigenden Platin Preise, werden zu dem, viele Spekulanten dazu bewegen in Platin zu investieren. Wann jedoch der richtige Zeitpunkt ist Platin zu kaufen oder Platin zu verkaufen, das kann leider niemand genau sagen. Platinbarren gibt es schon ab 1 Gramm, der Ausgabe Aufschlag ist natürlich um so höher je kleiner der Platinbarren ist. Größere Platinbarren, zum Bsp., 10 Gramm, 20 Gramm, 50 Gramm, 100 Gramm, eignen sich daher besser als Anlage.

Infos zum Edelmetall: Platin

Platin ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Pt und der Ordnungszahl 78.

Den aktuellen Platin Kurs finden Sie auf unserer Startseite, eine Ăśbersicht der Platinpreise fĂĽr 2008 finden sie hier.

Platin ist ein schweres, schmiedbares, dehnbares, edles, grau-weißes Übergangsmetall. Das Edelmetall ist sehr korrosionsbeständig und wird zur Herstellung von Schmuckwaren, Fahrzeugkatalysatoren, Laborgeräten, Zahnimplantaten und Kontaktwerkstoffen verwendet.*

Der Name leitet sich vom Wort platina, der negativ besetzten von plata „Silber“, ab. Die erste europäische Erwähnung stammt von dem Humanisten . Er beschreibt ein mysteriöses weißes Metall, das sich allen Schmelzversuchen entzog. Eine ausführlichere Beschreibung der Eigenschaften findet sich in einem 1748 veröffentlichten Bericht von .

 

 

 

 

Platin wurde wahrscheinlich erstmals um 3000 vor Chr. im alten Ägypten verwendet. Ein britischer Forscher entdeckte im Jahr 1895, altägyptischen Schmuck und stellte fest, dass Platin in kleiner Menge mitverwendet wurde.

Platin wurde auch von den Indianern Südamerikas benutzt. Es fand sich beim Gewinnen von Goldstaub im Waschgold als Begleitung und konnte nicht explizit abgetrennt werden. Die Schmiede seinerzeit nutzten unabsichtlich die Tatsache aus, dass sich native Platinkörnchen mit Goldstaub in der Glut von mit Blasebalgen angefachtem Holzkohlefeuer gut verschweißen lassen, wobei das Gold wie ein Lot wirkte und sich durch wiederholtes Schmieden und Erhitzen eine relativ homogene, helle, in der Schmiedehitze verformbare Metalllegierung erzeugen ließ. Diese konnte nicht wieder geschmolzen werden und war genauso korosionsbeständig wie Gold, allerdings von weißlich-silberartiger Farbe. Schon ein ungefähr 15 %iger Platinanteil führt zu einer hellgrauen Farbe. Reines Platin war jedoch noch unbekannt.

Im 17. Jahrhundert wurde Platin in den spanischen Kolonien als lästiges Begleitmaterial beim Goldsuchen zu einem großen Problem. Man hielt es für „unreifes“ Gold und warf es wieder in die Flüsse zurück. Da es schon das gleiche spezifische Gewicht hatte wie Gold und selbst im Feuer nicht anlief, wurde es zum Verfälschen desselben verwendet. Daraufhin erließ die spanische Regierung ein Exportverbot. Sie erwog sogar, sämtliches bis jetzt erhaltenes Platin im Meer zu versenken, um Platinschmuggel und Fälscherei zuvor zukommen und davor abzuschrecken.

Die Alchemie des 18. Jahrhunderts war gefordert, denn das Unterscheiden vom reinen Gold und das Extrahieren gestalteten sich mit den damaligen Techniken als auĂźerordentlich schwierig. Das Interesse aber war geweckt. 1748 veröffentlichte einen ausfĂĽhrlichen Bericht ĂĽber die Eigenschaften dieses Metalls. 1750 stellte ein englischer Arzt gereinigtes Platinpulver her.

Gewinnung und Herstellung von Platin

Metallisches Platin (Platin-seifen) wird heute praktisch nicht mehr abgebaut. Platinbergwerke gibt es nur in Südafrika (Transvaal). Platinquellen sind auch die Buntmetallerzeugung (Kupfer und Nickel) in (Ontario) und (Russland). Hier fallen die Platin Gruppenmetalle als Nebenprodukt der Nickelraffination an. Als Platinnebenmetall bezeichnet man fünf Metalle, die in ihrem chemischen Verhalten dem Platin so ähneln, dass die Trennung und Rein darstellung ursprünglich große Schwierigkeiten machte. 1803 wurden Iridium ,Osmium ,Palladium und Rhodium entdeckt; 1844 folgte Rhutenium .

Eigenschaften von Platin

Platin ist ein korrosionsbeständiges ,schmiebares und weiches Schwermetall. Sowohl  Sauerstoff,Wasserstoff als auch andere Gase werden von Platin im aktivierten Zustand gebunden. Es besitzt daher bemerkenswerte katalytische Eigenschaften; Wasserstoff und Sauerstoff reagieren in seiner Anwesenheit explosiv miteinander zu Wasser. Weiterhin ist es die katalytische aktive Spezies beim katalytischem Umwandeln. Allerdings werden Platinkatalysatoren schnell durch Alterung und Verunreinigungen inaktiv (vergiftet) und mĂĽssen regeneriert werden. Poröses Platin, das eine besonders groĂźe Oberfläche aufweist, wird auch als Platinschwamm bezeichnet. Durch die groĂźe Oberfläche ergeben sich bessere katalytische Eigenschaften. Platinschwamm entsteht beim GlĂĽhen von oder beim Erhitzen von Papier, dass mit Platinsalzlösungen getränkt ist.

Auf Grund seiner hohen Haltbarkeit, Anlaufbeständigkeit eignet sich Platin besonders für die Herstellung hochwertiger Schmuckwaren.

Platin zeigt, wie auch die anderen Metalle der Platingruppe, ein widersprüchliches Verhalten. Einerseits ist es chemisch träge, andererseits hochreaktiv, katalytisch-selektiv gegenüber bestimmten Substanzen und Reaktionsbedingungen. Auch bei hohen Temperaturen zeigt Platin ein stabiles Verhalten. Es ist daher für viele industrielle Anwendungen interessant.

In und ist es unlöslich. Von heißem wird es unter Bildung von rotbrauner angegriffen. Auch von Alkali-, Peroxid-, Nitrat-, Cyanidschmelzen und anderen Salzschmelzen wird Platin angegriffen. Viele Metalle bilden mit Platin , beispielsweise , , , , , , , , etc. Besonders hervorzuheben ist, dass Platin zum Teil unter Verbindungsbildung mit heißem , , , , in jeder Form reagiert, das heißt auch in heißen Flammengasen. Auch viele Oxide reagieren mit Platin, weshalb auch nur bestimmte Werkstoffe als Tiegelmaterial eingesetzt werden können. Beim Schmelzen des Metalls mit beispielsweise -Sauerstoff muss deshalb mit neutraler bis schwachoxidierender Flamme gearbeitet werden. Beste Möglichkeit ist das flammenfreie elektrisch-induktive Heizen des Schmelzgutes in .

Verwendung von Platin

Aufgrund ihrer Verfügbarkeit und der hervorragenden Eigenschaften gibt es für Platin und Platinlegierungen zahlreiche unterschiedliche Einsatzgebiete. So ist Platin ein favorisiertes Material zur Herstellung von Laborgeräten, da es keine erzeugt. Es werden z.B. dünne Platindrähte verwendet, um Stoffproben in die Flamme eines zu halten.

Platin wird darĂĽber hinaus in einer nahezu unĂĽberschaubaren Anzahl von Bereichen verwendet:

  • • Platin ist ein edles und derzeit nach das zweitwertvollste Edelmetall – es ist derzeit ca. doppelt so wertvoll wie Gold und ca. einhundertmal teurer als Silber .. Es wurde und wird daher fĂĽr teure und , aber auch als Zahlungsmittel bzw. benutzt. FĂĽr diese Zwecke ist auch von Vorteil, dass Platin deutlich härter und mechanisch stabiler ist als Gold, das fĂĽr Schmuckwaren in der Regel als Legierung verwendet wird. Die und werden heute noch ausgegeben. In wurden zwischen 1828 und 1846 GeldmĂĽnzen aus Platin geprägt, der . Zunächst waren es MĂĽnzen aus etwa 10,3 Gramm Platin im Wert von 3 , später kamen MĂĽnzen des doppelten und vierfachen Wertes und des entsprechenden Platingewichtes hinzu.
  • • Kontakt Werkstoffe und Elektroden
  • • Magnetwerkstoffe
  • • Chemischer Apparatebau, Labor- und Analysegeräte
  • • Glaseinschmelzlegierungen
  • • Medizinische , Legierungszusatz in
  • • SchubdĂĽsen, Verkleidungen
  • • SpinndĂĽsen
  • • Platinspiegel (Spiegel und Glasfenster, die nur auf der vom Glas abgewandten Seite reflektieren, und die im Gegensatz zu Silberspiegeln nicht an laufen können)
  • • Platingeräte fĂĽr die Spezialglasschmelze

  • Der in einem Tresor des (BIPM) aufbewahrt wird, besteht aus einer von 90% Platin und 10% Iridium.
  • Aus derselben Legierung besteht das , das bis 1960 das definierte.

    Als Platin im Sinne der gelten gemäß Anmerkung 4.B zu Kapitel 71 Platin, , , , und .

    Legierungen []

    Fasserplatin ist eine bestehend aus ca. 96 % reinem Platin und ca. 4 % reinem (Schmelzpunkt: 1750 Â°C, Dichte: 20,8 g/cmÂł, : 55, : 314 N/mm², : 39).

    Juwelierplatin ist eine Legierung bestehend aus ca. 96 % reinem Platin und ca. 4 % reinem (Schmelzpunkt: 1730 Â°C, Dichte: 20,3 g/cmÂł, Brinellhärte: 110, Zugfestigkeit: 363 N/mm², Bruchdehnung: 25).

    Beide Legierungen werden in der Schmuckindustrie häufig für Platin-Schmuck verwendet.

     

  • • Pt1Ir ist eine Legierung aus 99% Platin und 1% Iridium fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die optische Glasschmelze.
  • • Pt3Ir ist eine Legierung aus 97% Platin und 3% Iridium fĂĽr die Herstellung von RĂĽhrwerken fĂĽr die optische Glasschmelze.
  • • Pt5Rh ist eine Legierung aus 95% Platin und 5% Rhodium fĂĽr die Herstellung von RĂĽhrwerken fĂĽr die optische Glasschmelze.
  • • Pt10Rh ist eine Legierung aus 90% Platin und 10% Rhodium fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • • Pt20Rh ist eine Legierung aus 80% Platin und 20% Rhodium fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • • Pt30Rh ist eine Legierung aus 70% Platin und 30% Rhodium fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • • FKS Pt ist ein Werkstoff aus reinem Pt mit ca. 0,2% Zirkonoxid fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die optische Glasschmelze.
  • • FKS Pt10Rh ist eine Legierung aus 90% Platin und 10% Rhodium mit ca. 0,2% Zirkonoxid fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • • ODS Pt ist ein Werkstoff aus reinem Pt mit ca. 0,2% Yttrium-Oxid fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die optische Glasschmelze.
  • • ODS Pt10Rh ist eine Legierung aus 90% Platin und 10% Rhodium mit ca. 0,2% Yttriumoxid fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • • ODS Pt20Rh ist eine Legierung aus 80% Platin und 20% Rhodium mit ca. 0,2% Yttriumoxid fĂĽr die Herstellung von Geräten fĂĽr die technische Glasschmelze.
  • Die ODS und FKS Werkstoffe haben in etwa die gleichen physikalischen Eigenschaften, aber werden aus patentrechtlichen GrĂĽnden mit Yttrium.- bzw Zirkonoxid hergestellt.
  • Diese Legierungen werden von den Spezialglasherstellern wie zum Beispiel Hoya und Asahi in Japan, Corning in den USA, SaintGobain in Frankreich und Schott in Deutschland fĂĽr unzaehlige Geräte in der Glasschmelztechnik verwendet.

    Einzelnachweise:

  • Ă„ltere Literatur
  • • A. Gutbier, Fr. Bauriedel: Ăśber Platin. Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 42(4), S. 4243–4249 (1909),
  • • H. Rabe: Platin und die Tentelewsche Chemische Fabrik. Zeitschrift fĂĽr Angewandte Chemie 39(46), S. 1406–1411 (1926),
  • • W. Manchot, G. Lehmann: Ăśber einwertiges Platin. Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft (A and B Series), 63(10), S. 2775–2782 (1930),
  • Aktuelle Literatur []
  • • Anonymus: Platin. Das edelste aller Edelmetalle Geschichte, Produktion, Anwendung. Metall (Berlin) 57(12), S. 777–784 (2003),
  • • Michael GroĂź: Als der Platin-Rubel rollte. Chemie in unserer Zeit 38(5), S. 308 (2004),
  • • Ingo Ott, Ronald Gust: Medizinische Chemie der Platinkomplexe: Besonderheiten anorganischer Zytostatika. Pharmazie in unserer Zeit 35(2), S. 124–133 (2006),
  • • Anonymus: Die Platin Referenz: Der Klassiker Pt100 wird 100. Elektronik Industrie 37(5), S. 44–45 (2006),
  • Dieser Text steht unter GNU Lizenz fĂĽr freie Dokumentation.
  • Quelle: wikipedia- Platin

 

 

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